Wir alle kennen dieses Gefühl: Irgendetwas an einer Aussage klingt nicht ganz stimmig. Doch woran liegt es, wenn wir einem Menschen sofort glauben – während wir bei einem anderen skeptisch werden? Die forensische Sprachwissenschaftlerin Dr. Kirsty King geht genau dieser Frage auf den Grund und zeigt in ihrem Sachbuch „Die Sprache der Lüge“, welche Spuren Täuschung in unserer Sprache hinterlassen kann.

An der Schnittstelle von Kriminalistik, Psychologie und Linguistik nimmt King ihre Leser*innen mit in reale Fälle und spannende Ermittlungen. Dabei geht es nicht um Körpersprache oder ein vermeintlich unfehlbares Bauchgefühl. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die kleinen sprachlichen Details: Wortwahl, Grammatik, Erzählstruktur und Stimmführung können Hinweise darauf geben, wenn jemand versucht, die Wahrheit zu verschleiern.
Besonders faszinierend ist, dass solche Hinweise häufig dort auftauchen, wo wir sie am wenigsten erwarten. Während Menschen ihre Geschichten bewusst überzeugend gestalten, können unbewusste sprachliche Muster etwas anderes erzählen. King zeigt, wie Ermittler*innen Aussagen analysieren und welche Strategien Lügner einsetzen – manchmal ohne selbst zu bemerken, was sie durch ihre Sprache preisgeben.
Die Beispiele aus Mordermittlungen, Betrugsfällen und bekannten Kriminalfällen machen die wissenschaftlichen Erkenntnisse greifbar und sorgen gleichzeitig für reichlich Spannung. Aus der Perspektive der forensischen Linguistik entsteht so ein ungewöhnlicher Blick auf Sprache: als Werkzeug der Kommunikation, aber auch als Spurensicherung.
Und die Erkenntnisse sind keineswegs nur für Kriminalist*innen interessant. Auch im Alltag begegnen uns Täuschung, Manipulation und bewusst gewählte Worte. Wer genauer zuhört und auf sprachliche Nuancen achtet, kann lernen, Aussagen bewusster einzuordnen – ohne dabei jedes Zögern gleich als Beweis für eine Lüge zu verstehen.
„Die Sprache der Lüge“ verbindet wissenschaftliche Präzision mit der Faszination echter Kriminalfälle und zeigt eindrucksvoll: Manchmal steckt die wichtigste Information nicht in dem, was jemand sagt, sondern in der Art, wie er es sagt.
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Ursprünglich als Palais des Herzogs Philipp von Württemberg und seiner Gattin Erzherzogin Marie Therese erbaut, wurde die ehemalige Privatresidenz an der berühmten Ringstraße anlässlich der Wiener Weltausstellung am 28. April 1873 als Hotel Imperial feierlich eröffnet. Dieses Ereignis jährt sich heuer zum 150. Mal und gibt Anlass, den runden Geburtstag genussvoll mit allen Sinnen zu feiern.
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